Wollen wir das sehen, hören und lesen?

Journalisten sind doch nicht dumm! Oder doch?

Journalisten sind doch nicht dumm! Oder doch?

Verblödet der Schweizer Journalismus?

Seit nun mehr als drei Tagen dürfen wir etwas über den Fall «Gary Müller» sehen, hören und lesen. Wer interessiert das überhaupt? Sie?

Es scheint so, dass es keine wichtigeren Themen mehr in unserem Land gibt, als ein Politiker, welcher seine Nacktbilder seiner «Freundin» versendet. Warum soll das die Leserschaft einer zum Zeitung interessieren? Dieser Mann macht seinen Job und daran soll er gemessen werden. Was er an privaten Nachtbildern versendet ist doch seine Sache. Schnell mal kommt die Frage auf, sind Politiker Vorbilder für die Schweizer Bevölkerung? Nein (!), schon lange nicht mehr. Oder wollen Sie einen Politiker als Ihr Vorbild 😉

Jeder Mensch hat eine Privatsphäre und die Journalisten sollten wieder lernen diese zu respektieren. In Russland werden Journalisten für Ihre Berichterstattungen zum Teil umgebracht, dass ist auch nicht gut (!) aber ein Journalist überlegt dort mehr über was er schreibt… Der Journalismus darf nicht zensuriert werden, aber eventuell sind sich die Journalisten in der Schweiz nicht mehr gewohnt, eine unvoreingenommene Story zu berichten. Die Ethik kommt vor dem Ruhm, aber das versteht leider diese Zunft auch nicht mehr.

Marco Gloor war jedoch schon etwas überrascht, dass selbst unser Staatsfernsehen, zwei Tage lang die «Gary Müller»-Story als Titel-Thema seinen Zusehern präsentierte. Gibt es keine wichtigeren Themen mehr aus der Schweiz? Da ein «Selfie» dort ein «Selfie» und jetzt? Bringt diese Story «Gary Müller» unsere Schweiz weiter? Was bringt jedem einzelnen Zuseher, Leser oder Zuhörer es, wenn er weiss, dass ein Politiker etwas macht, was andere auch tun?

Der Journalismus kann nicht mehr zwischen einer Story und einer Story entscheiden. Verblöden unsere Journalisten? Wissen Medien-Verantwortliche nicht mehr, was die Schweiz interessiert oder interessieren könnte? Sind nun alle vom Boulevard verblendet? Zur heutigen Zeit, gehört das versenden von Nacktbildern leider zu unserer Gesellschaft dazu und sind seit dem ersten «Selfie» schon längst keine Story mehr! Eben, weil es jeder macht.

Drehen wir mal den Gedanken, dann macht der Fall «Gary Müller» ihn sehr Volksnah und eher wählbar, als jeder aalglatte Politiker. Kein Mensch, hat keine «Leiche» im Keller. Machen wir uns nichts vor. Wissen tut das jeder. Also lassen wir doch alle Menschen, welche in der Öffentlichkeit stehen, ob Politiker oder Geschäftsleute Menschen sein wie Du und ich, und bewerten diese nach Ihren Leistungen oder eben Fehlleistungen bezogen auf Ihre bezahlte Arbeit.

Wohin führt uns dieser «Selfie-Boulevard»-Journalismus? Marco Gloor: «Wir werden zusehends abgestumpft und nehmen zunehmend das wahrhafte nicht mehr als real und wichtig».
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Posted on by Marco Gloor in Schweiz 1 Comment